Historische Sommersaison der Leichtathleten

Das Jahr ging in der Hallensaison mit unserer ersten Teilnahme bei Deutschen Jugendmeisterschaften seit sieben Jahren schon überragend los. Die Sommersaison sollte ähnlich geschichtsträchtig werden. Eine erneute DM-Teilnahme gab es verletzungsbedingt nicht. Dafür eine durchbrochene Schallmauer, das Ende einer zwölfjährigen Durststrecke, ein großer Auftritt im hohen Norden und ein Karriereende.

Die wohl größten Leistungen des Sommers zeigte Job. Ende April gab er in Hamburg sein Halbmarathondebüt. Nach starken 70:17min überquerte er unter großem Applaus als Zweiter die Ziellinie. Damit durfte er zur Siegerehrung auf die ganz große Bühne. Für Job ein einmaliges Erlebnis und auch für seinen Trainer ein besonderer Moment in der Heimatstadt einen seiner Läufer auf dem Podest zu sehen. Mindestens so grandios war Jobs Auftritt bei den Landesmeisterschaften in Mittweida. Über 800m der Männer steigerte er sein Bestzeit um fast eine Sekunde auf 1:52,86min. Das wäre mit deutschem Pass sogar die B-Norm für die deutschen Meisterschaften. Viel wichtiger aber: Job wurde unser erster Landesmeister bei den Männern unter freiem Himmel seit endlosen 12 Jahren! Drei Wochen später verteidigte er bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Haldensleben seinen Titel vom Vorjahr aus Zittau.

Auch für Erik war Haldensleben ein gutes Pflaster. Im Weitsprung segelte er zu einer neuen Bestleistung von 6,64m, die ihm Silber einbrachte. Flo hätte über 800m beinahe den Medaillensatz komplettiert, doch ihm ging die Strecke aus, nachdem er sich zu weit hinten eingeordnet hatte. Für Marius war Haldensleben der Schlusspunkt hinter seiner Karriere, die ihn 2022 bis ins Finale der U23-DM gebracht hatte. Über 100m schaffte er noch einmal den Finaleinzug und belegte Platz 6. Über seine Paradestrecke 200m sprintete er sogar auf Platz 4. Das geradezu kitschige Laufbahnfinale hatte Marius bereits bei den Landesmeisterschaften erlebt. Zum Abschluss des letzten Wettkampftages ersprintete er sich Bronze, seine erst zweite LM-Medaille überhaupt. Als Lohn gab es eine Laola des gesamten Post-Teams von der Tribüne.

Bei den Hitzemeisterschaften von Mittweida gab es noch weitere Medaillen für uns. Den zweite Wettkampftag eröffnete Ministerpräsident Michael Kretschmer, unter seinen Augen holte sich Bent im Zielspurt Bronze über 1500m. In einem wahren Krimi gewann Jannes Silber im Weitsprung. Erik hatte sich gleich zu Beginn mit 6,43m in die Medaillenränge gesprungen und blieb hier bis zum Schluss. Bis Jannes nach fünf ungültigen Versuchen doch noch das Brett traf und bei 6,61m landete. Am Freitagabend hatten Jonas in der U16 und Valentina in der U18 jeweils mit PB Silber über 3000m gewonnen. Für Flo war die LM auch ohne Medaille ein Erfolg, über 800m lief er in 1:57,04min seine zweitbeste Zeit überhaupt. Auch Sarah mit PB (12,65s) und Clara (12,91s) über 100m konnten zufrieden sein. Für Gerda (75m), Edgar (Speerwurf), Larissa (Hochsprung), Matti, Emilia (beide 200m) und Anton (Kugelstoßen) war schon die LM-Teilnahme an sich ein Erfolg.

Eine Woche nach Mittweida war es in Dresden noch heißer. Fast alle Veranstaltungen wurden bei um die 40 Grad abgesagt, nur die Landesmeisterschaften der Masters (aka Senioren) und Studenten fanden statt. Emil hatte noch „Glück“, als er bei vergleichsweise milden 34 Grad am Freitagabend 3000m lief. In 10:41,48min gab es eine deutliche neue Bestzeit und Platz 4 der Studenten. Sarah gewann am Samstag Bronze über 100m (12,67s) und Silber mit der 4100m-Mixed-Staffel. Jannes durfte sich heute über zweimal Gold bei den Studenten freuen. Über 400m leider als Einzelkämpfer. Für die ungewohnt frühe Startzeit um 9:20 Uhr waren 52,84s sehr in Ordnung. Rund zwei Stunden später gab es über 200m in 24,12s die zweite Goldene.

Bei den Senioren war Andreas in der M50 mit Gold über 400m und Silber im Weitsprung sehr erfolgreich. Robert konnte sich in der M55 über Gold im 200m-Lauf heute und Silber über 100m gestern freuen. In 14,04s lief er seine schnellste 100m-Zeit seit vier Jahren. Torsten musste nach den 100m gestern seine weiteren Starts leider absagen.

Für die U12-16 waren vor allem die Ostsächsischen Meisterschaften in Bautzen der Saisonhöhepunkt. Dort gab es für uns 11 Medaillen (4x G/3x S/4x B). Am erfolgreichsten war Leon, der in der M10 mit Siegen über 50m, 60m-Hürden und im Weitsprung (als einziger 4m-Springer) sowie einem 3. Platz beim Ballwurf und einem 2. Platz im abschließenden 800m-Lauf alleine fast die Hälfte unseres Edelmetalls verbucht. In der W15 konnte sich Adriana mit Platz 3 über 100m (13,61s) freuen. Den Sieg in der 4x100m-Staffel der Startgemeinschaft Dresden-West in der AK WU16 holten sich Adriana, Rosalie, Isabella verstärkt durch Lena (TSV Cossebaude). Jonas gelang mit seiner bisher besten Freiluftleistung ein 2. Platz über 800m in 02:20,35min in der AK M15. Okke erlief sich in der M13 die Silbermedaille über 75m mit neuer PB in 10,58s. Die gleiche Zeit benötigte Gerda in der AK W13 im 75m-Finale für den Bronzerang. Bei den gewohnt medaillenreichen Stadtsportspielen hatte unser Nachwuchs eine Woche zuvor satte 30 Medaillen gesammelt. Bei den Ostsächsischen Mehrkampfmeisterschaften Mitte Mai gewann Leon in der M10 den Meistertitel, Theo holte Bronze in der M11. Gemeinsam mit Liam konnten sie sich zudem über Silber in der Mannschaftswertung freuen und dabei die DSC-Phalanx durchbrechen.

Vor den diversen Meisterschaften waren wir natürlich wieder bei diversen Wettkämpfen am Start. So ging es etwa nach Freital, Radebeul, Pirna, Bischofswerda, Neukieritzsch, Osterode oder Regensburg. Ein Highlight wartete vor der Haustür mit dem DSC-Meeting im Heinz-Steyer-Stadion. Job durfte hier sogar im Eliteprogramm am Freitagabend die 800m mitlaufen, war nach sechs Stunden Rumstehen bei der Arbeit aber nicht in Topform. Flo rannte dagegen am Samstag zu Platz 3 und bekam eine riesige Medaille umgehängt. Gleiches galt für Anton im Kugelstoßen. Nach einer Steigerung seiner PB um über einen Meter auf 11,84m konnte er sein Glück kaum fassen. Und auch Clara begeisterte mit einer neuen PB über 100m von 12,82s. Die „alte“ hatte sie erste kurz zuvor in Berlin aufgestellt. Dort gelang ihr aber noch viel größeres: Sie erwischte über 200m einen perfekten Start und führte das Feld bis zum Ziel an, bei der maximalen Unterstützung von 2,0 m/s Rückenwind. Auf der Uhr standen 25,94s – damit ist sie die erste Postsprinterin unter 26 Sekunden!